Umwelt- und Jagdpolitik
Ein besonders spannender Termin war der persönliche Austausch mit Thomas Nießen vom Jagdverband Rügen–Hiddensee e.V., der mich in meinem Wahlkreisbüro in Stralsund besucht hat.
Im Mittelpunkt des fachlichen Gesprächs stand die wildtierökologische Fragestellung, insbesondere zum Wolf im Spannungsfeld von Tourismus und Landwirtschaft. Darüber hinaus wurden Aspekte der Raum- und Zeitnutzung von Rotwild sowie die Auswirkungen landschaftsgebundener Nutzungen auf die Habitatentwicklung von Wildtieren erörtert.
Thomas Nießen berichtete ausführlich über aktuelle Erkenntnisse, die der Verband aus einer groß angelegten Besenderung von Rotwild gewinnen konnte: wie groß die Wanderbewegungen des Wildtiers auf der Insel Rügen sind, in welchen Regionen sich die Tiere wann bevorzugt aufhalten und dass sich Rotwild vereinzelt sogar in Wohngebieten aufhält. Ein umfangreiches Projekt, das der Jagdverband bislang aus eigenen Mitteln und mit hohem ehrenamtlichem Einsatz auf die Beine gestellt hat. Mein Respekt für so viel Einsatz.
Des Weiteren haben wir darüber gesprochen, dass die Ergebnisse des Projekts auch wertvolle Unterstützung bei der Forschung zu Wildtierkrankheiten in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) leisten können, ebenso bei der Analyse und Bewertung von Wildtierunfällen. Es war ein hochinteressantes und sehr informatives Gespräch.
Damit diese wichtige Arbeit auch zukünftig weitergeführt werden kann, habe ich zugesagt zu prüfen, inwieweit eine finanzielle Unterstützung aus Bundesmitteln für die Fortschreibung und Intensivierung der Projekte des Jagdverbandes Rügen–Hiddensee möglich ist. Zudem wird geprüft, ob eine Vorstellung der aktuellen Ergebnisse auf Bundesebene sinnvoll ist, da die gewonnenen Erkenntnisse über das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hinaus von Bedeutung sein könnten.