Therapiezentrum Sundfit
Kürzlich traf ich mich mit Frau Anne Weiser-Bork, Inhaberin des interdisziplinären Therapiezentrums Sundfit in Stralsund sowie Leiterin weiterer ergotherapeutischer Praxen in Vorpommern-Rügen. Sie stellte mir ihr Zentrum vor und gab einen anschaulichen Einblick in ihren Berufsalltag sowie in die aktuellen Herausforderungen der therapeutischen Versorgung.
Im Mittelpunkt unseres Gesprächs standen die geplanten Reformen im Gesundheitswesen, die Vergütung therapeutischer Leistungen sowie die Notwendigkeit, die tatsächliche Kostenentwicklung in den Praxen stärker zu berücksichtigen. Dabei wurde deutlich: Eine gute medizinische und therapeutische Versorgung – insbesondere im ländlichen Raum – ist unverzichtbar. Die Erfahrungen aus der täglichen Praxis liefern wichtige Impulse für die politische Arbeit und zeigen, an welchen Stellen Verbesserungen notwendig sind. Unser Gesundheitssystem muss langfristig gestärkt und zukunftsfest gestaltet werden.
Das Therapiezentrum beschäftigt derzeit fünf Physiotherapeuten, zwei Logopäden und drei Ergotherapeuten. Eine zentrale Herausforderung bleibt die Gewinnung von Nachwuchs- und Fachkräften. Die Zahl der Auszubildenden in den therapeutischen Berufen ist weiterhin überschaubar, weshalb die Sicherung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Bedeutung von Prävention und frühzeitiger Behandlung. Nach Einschätzung der Praxisbetreiber beginnt physiotherapeutische Behandlung häufig zu spät. Gerade bei bestimmten Krankheitsbildern oder Verletzungen ist ein schneller Therapiebeginn entscheidend, um langfristige Einschränkungen zu vermeiden. Eine bessere Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Therapeuten sowie eine Weiterentwicklung der sogenannten Blankoverordnung könnten dazu beitragen, notwendige Behandlungen schneller und gezielter einzuleiten.
Kritisch bewertet werden die derzeitigen Abläufe bei der Abrechnung mit den Krankenkassen. Die Praxisbetreiber wünschen sich hier mehr Verlässlichkeit und weniger bürokratische Hürden. Eine deutliche Entlastung erwarten sie durch die geplante Digitalisierung der Abrechnung. Die Umstellung von papiergebundenen Verfahren auf digitale Prozesse wäre aus ihrer Sicht ein wichtiger Schritt hin zu mehr Effizienz und weniger Verwaltungsaufwand.
Die angesprochenen Themen zeigen: Die Sicherung einer hochwertigen therapeutischen Versorgung erfordert verlässliche Rahmenbedingungen, eine bessere Vernetzung aller Beteiligten und eine stärkere Berücksichtigung der Erfahrungen aus der Praxis. Die Hinweise aus dem Therapiezentrum Sundfit nehme ich in meine weitere politische Arbeit mit. Der direkte Austausch mit den Menschen, die täglich Verantwortung für die Versorgung übernehmen, ist hierfür besonders wertvoll.